An der Stephanuskirche in Beckum haben wir 2021 ein historisches Querhausfenster restauriert und mit Schutzverglasung aus Goetheglas versehen. Dazu wurden die Bleifelder ausgebaut und in die Werkstatt geliefert. Dort wurden die Bleiverglasungen neu verkittet, gereinigt und Reparaturen vorgenommen. Anschließend sind die Bleifelder in einen Messingrahmen gefasst worden.
Am ausgebauten Fenster in der Stephanuskirche haben wir die alten Kittreste an der Eisenkonstruktion entfernt, diese entrostet und anschließend doppelt gestrichen.
An die Stelle der Bleiverglasungen wurde dann die Schutzverglasung in den originalen Glasfalzen montiert. Außerdem wurde die Eisenkonstruktion „aufgedoppelt“, an der anschließend die restaurierten Bleifelder von innen mit einem Abstand von ca. 4cm vor die Schutzverglasungen montiert wurden.
Die unterste Reihe der Bleifelder liegt auf der Unterseite, genauso wie die oberste Reihe auf der Oberseite nicht ganz am Mauerwerk an, sodass ein Luftdurchlass ermöglicht ist. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer isothermischen Schutzverglasung, da bei der Hinterlüftung ein „Kamineffekt“ entsteht. Die von innen belüftete Schutzverglasung ist nach heutiger Sicht der optimale Schutz für Bleiverglasungen und Glasmalereien. Die historischen Verglasungen werden dem Außenklima weitgehend entzogen und mögliches Kondenswasser wird zukünftig an den Schutzscheiben entstehen und die historischen Verglasungen nicht mehr schädigen. Auch thermische Spannungen werden weitgehend ausgeschlossen und auch mechanische Zerstörung durch Vandalismus wird verhindert. Als Schutzglas bietet sich, wie auch hier von uns verwendet, das leicht bewegte maschinengezogene Goetheglas an, welches sich harmonisch einfügt und weniger spiegelt, wie zb. VSG-Glas, welches auch des öfteren als Schutzverglasung verwendet wird.